Forscher-Tipp 

Unterwasserlupe basteln

Du willst am seichten Ufer eines Gewässers Kleinlebewesen suchen und beobachten. Eine spezielle Lupe, die Du selber basteln kannst, ermöglicht es Dir, unter Wasser zu blicken.

Du brauchst
  • Dosenöffner, Hammer und Schere
  • Konservendose oder Kunststoffrohr mit etwa 10 cm Durchmesser
  • Klarsichtfolie (keine Frischhaltefolie)
  • große Gummibänder, wasserfestes Klebeband

So geht’s
  • Zuerst musst Du den Boden einer leeren Konservendose mit einem Dosenöffner entfernen, die Ränder mit einem Hammer glatt klopfen und die Plastikfolie so zuschneiden, dass sie mit breitem Rand über den Dosenrand bis zur Mitte der Dose reicht. Jetzt kannst Du die Folie mit Hilfe von Gummibändern straff spannen und die Dose mit Klebeband umwickeln, um die Lupe so wasserdicht zu kriegen.
  • Nun ist die Lupe bereit, die Du jetzt mit der bespannten Fläche nach unten auf die Wasseroberfläche setzen kannst. Durch den Wasserdruck wird die Folie in der Mitte etwas nach innen gedrückt und ein leicht vergrößernder Lupeneffekt entsteht. Außerdem verschwinden so die störenden Lichtreflexe und Du kannst den Untergrund nach Lebewesen absuchen. Vergiss nicht, auch Steine am Grund umzudrehen und darunter nach Larven, Krebsen und Asseln zu sehen.

DRUCKVERSION

Wasserqualität untersuchen

Du willst die Qualität eines Gewässers als Lebensraum einschätzen.

Du brauchst
  • Durchsichtigen Glasbehälter (Mineralwasserflasche, am besten aus PET und ohne Etikett)
  • Lackmuspapier (aus Apotheke oder Drogerie zur Ermittlung des pH-Wertes)
  • Petri-Schale (aus Laborbedarf), Küchensieb, Pinsel
  • Wasserthermometer (z.B. als Bade- oder Aquarienthermometer)

So geht’s
  • An der Wasserprobe in der durchsichtigen Flasche erkennst Du schon mit bloßem Auge, ob sich Algen, mineralische oder sonstige Schwebstoffe im Wasser befinden; nährstoffreiche Gewässer enthalten in der Regel Algen. Algen bilden für Jungfische, Insektenlarven und Kaulquappen oft eine wichtige Ernährungsbasis. Ab größerer Algendichte und vor allem bei höheren Wassertemperaturen "kippt" das Gewässer, es herrscht Sauerstoffmangel. Die Gewässertemperaturen sind wichtige Auslöser für viele biologischen Prozesse wie Paarung, Eiablage und das Schlupfverhalten. Je wärmer, desto niedriger ist der Sauerstoffgehalt, d.h. umso lebensfeindlicher werden die Gewässer. Ab etwa 30 Grad sterben die meisten Fische.
  • Mit dem Lackmuspapier kannst Du den pH-Wert feststellen, der angibt, wie sauer oder alkalisch eine Flüssigkeit ist. Die meisten Fische überleben in einem Bereich zwischen 4 und 9. (Zum Vergleich: Zitrone hat 2, Cola 3, reines Wasser 7, Waschmittellauge 10).
  • Die besten Hinweise auf die Wasserqualität bieten die darin lebenden Kleintiere, die Du mit dem Küchensieb mitsamt Sediment (Kies und Sand) am Gewässerboden einsammeln kannst. In einer Petri-Schale lassen sich die Tierchen mit dem Pinsel vom Sediment trennen. Die Larven von Steinfliegen und Eintagsfliegen stehen für sauberes und unbelastetes Gewässer (Güteklasse I), Strudelwürmer und Köcherfliegenlarven für "gering belastet" (Güteklasse II), Flohkrebse und Napfschnecken für "mäßig belastet" (III), Dreikantmuschel und Wasserasseln für "belastet" (IV). Egel, Zuckmückenlarven und Schlammröhrenwürmer für "stark verschmutzt" (V). Eine sehr gute Bestimmungshilfe für Kleintiere findest Du hier: Bestimmungshilfe PDF

DRUCKVERSION

Die Verwandlung der Kaulquappe dokumentieren

Du willst mitverfolgen, wie sich Kaulquappen in Frösche oder Kröten verwandeln.

Du brauchst
  • Küchensieb
  • Becherlupe
  • Digitalkamera/Handykamera
  • Klemmbrett
  • weißes Papier

So geht’s
  • Um die Entwicklung von Kaulquappen zu verfolgen, musst Du zuerst den Laich der Frösche oder Kröten finden, der oft in Schnüren um Pflanzen gewickelt oder in kleinen Haufen im seichten Wasser von Bächen und Teichen abgelegt wurde. Anfangs sehen die Eier aus wie kleine schwarze Punkte, die von einer Gallertmasse umgeben sind, die den jungen Kaulquappen auch nach dem Schlüpfen als Nahrung dient. Nach und nach trauen sich die Kleinen ins Freiwasser, wo sie sich zunächst von Algen ernähren und später auch an den Wasserpflanzen knabbern.
  • Jetzt kannst Du mehrere Quappen auf einmal mit dem Küchensieb vorsichtig einfangen und in die Becherlupe setzen, die Du vorher etwa ein bis zwei Zentimeter hoch mit Wasser vom Fundort gefüllt hast. Die Becherlupe stellst Du auf einen ebenen, weißen Untergrund, für den Du mithilfe des Papiers auf dem Klemmbrett gesorgt hast. Fotografiere die Kaulquappen und besuche sie im Abstand von ein bis zwei Wochen. Die komplette Entwicklung von der Kaulquappe zum vollausgebildeten Frosch oder zur Kröte dauert mehrere Monate.
  • Wie echte Forscher benutzt Du das Klemmbrett, um die Aufzeichnungen systematisch aufzubereiten; z.B. kannst Du eine Tabelle anlegen und Tag, Fundort und auch Wassertemperatur und Gewässergüte den nummerierten Fotos zuordnen.
  • Achtung: Die Kaulquappen sind sofort wieder freizulassen. Das Mitnehmen von Amphibienlaich, sowie der Fang und das Aufziehen von Kaulquappen einheimischer Amphibien ist nämlich gesetzlich verboten.

DRUCKVERSION

Vögel beobachten an Parkteich, See und Bach

Du interessierst Dich für die Ornithologie (Vogelkunde) und möchtest mit systematischen Beobachtungen erste Erfahrungen sammeln.

Du brauchst
  • leichtes Fernglas
  • Vogelbestimmungsbuch

So geht’s

Bäche und Seen sind für viele Vögel attraktive Rast- und Nahrungsgebiete. Selbst in touristischen Gebieten gewöhnen sich Vögel an Besucher am Ufer und können von dort aus gut beobachtet werden. Auch die Vögel an naturnahen Bächen ignorieren Spaziergänger in der Regel. Um die Vögel kennenzulernen, fängst Du am besten bei den Enten an. Sind es Stockenten oder befinden sich darunter auch Kolbenenten, Tafelenten, Graugänse oder Gänsesäger und Haubentaucher? Letztere gehören nicht zu den Entenvögeln, sondern den Lappentauchern. Versuche mit Hilfe eines Vogelführers herauszufinden, ob es sich um männliche oder weibliche Tiere handelt, bzw. um das Schlichtkleid oder das buntere Brutgefieder. Wer an Bächen genauer hinschaut, entdeckt vielleicht Wasseramseln mit ihren weißen Brüsten oder Bachstelzen, die zwischen den Steinen nach Nahrung suchen.

DRUCKVERSION

Schwimmblatt- und Schilfzonen-Observierung

Du möchtest die Lebensräume von Wasservögeln aus der Nähe kennenlernen, aber möglichst ohne zu stören.

Du brauchst
  • Schlauchboot, Kanu oder Ruderboot
  • leichtes Fernglas
  • Freund oder Freundin als Helfer beim Paddeln

So geht’s

In abgelegen Uferregionen von Seen, abseits von Badestränden, Bootsstegen oder Eisbuden, findest Du die Rückzugsgebiete von Vögeln wie Wildenten und Reihern. Hier sind die Vögel sehr viel scheuer als in den touristischen Gebieten. Am besten näherst Du Dich diesen Regionen vom See aus in einem kleinen Boot zusammen mit einer zweiten Person, wobei Ihr Euch dann beim Paddeln/Rudern und Fernglasgucken abwechseln könnt. Dabei ist es wichtig, dass Ihr nicht direkt auf das Ufer zuhaltet, sondern parallel dazu und im Abstand von mindestens 20 Metern. Aus dieser Entfernung lassen sich Reiher und Wasservögel meistens gut beobachten, ohne sie aufzuscheuchen. Vielleicht findet Ihr die Schwimmnester von Haubentauchern oder Blässhühnern zwischen den Teichrosen. Vergesst nicht, gelegentlich in die Luft zu gucken nach fliegenden Kormoranen oder Seeschwalben beim Jagdflug. Auch diese Vögel bevorzugen die abgelegenen Regionen der Seen, Die Wasserpflanzen in Schwimmblattzonen sind die Kinderstube der Fische, die dann von Kormoran, Reiher und Co. gefressen werden.

DRUCKVERSION